Rewe stellt Online-Marktplatz ein.

Lebensmittel Zeitung | 16. September 2021| Werner Tewes

Rewe stellt das Geschäft seiner Online-Marktplatz-Plattform zum Jahresende laut einem Medienbericht ein. Am 31. Januar werde die Plattform dann vollständig abgeschaltet. Zu den Gründen äußert sich das Unternehmen nur vage.

Erst vor zwei Jahren hatte die Rewe Group ihren Online-Marktplatz gelauncht. Nun soll dieser wieder aus dem Betrieb genommen werden.

Über den Rewe Marktplatz können sich Konsumenten innerhalb Deutschlands Artikel von Rewe und ausgewählten Partnern – haltbare Lebensmittel und Non-Food-Artikel aus den Bereichen Küche und Haushalt – per Paket liefern lassen. Damit soll bald Schluss sein, wie wortfilter.de berichtet. Im Zuge einer aktualisierten Gewichtung innerhalb der eigenen Digitalisierungsstrategie habe sich der Handelskonzern dazu entschlossen, die Online-Plattform voraussichtlich Ende Januar 2022 zu schließen, so ein Sprecher der Rewe auf Nachfrage der INTERNET WORLD.

Bestehende Geschäftsmodelle optimieren
Der Marktplatz ist unter shop.rewe.de abrufbar, über eine App werden die Produkte nicht vertrieben. Kunden können die Artikel entweder separat oder gemeinsam mit jenen des Rewe Lieferservice über ihr Rewe-Kundenkonto einkaufen. Bestellt werden kann noch bis zum 31. Dezember 2021. Die frei werdenden Ressourcen durch die Marktplatz-Auflösung möchte Rewe in anderen digitalen Geschäftsmodellen bündeln. „Der 2018 gelaunchte Marktplatz ist von Rewe digital sehr erfolgreich aufgebaut worden und hat die internen Erwartungen und Ziele stets mehr als erfüllt“, heißt es von Seiten der Rewe. Mit dem Betrieb habe das Unternehmen wertvolle Erfahrungen für die Weiterentwicklung der Omnichannel-Strategie gesammelt. Der neue Fokus ziele jetzt darauf ab, bestehende Geschäftsmodelle, in denen Rewe eine starke Marktposition habe, weiter zu optimieren, die Services nach den Kundenbedürfnissen abzurunden und weiterhin Innovationsführer zu bleiben.

Hat Rewe Potenzial nicht ausgeschöpft?
Bei Einführung des Marktplatzes hatte die Rewe Group nach eigenen Aussagen ihre Partner sorgfältig ausgewählt. Sie mussten einen „aufwändigen“ Qualifizierungsprozess durchlaufen, nun ist die Kooperation bald beendet. Gegenüber der INTERNET WORLD äußerte sich Julia Ritter von desiary.de, die über den Rewe Marktplatz die eigenen Produkte für Innendekoration anbietet, wie folgt: „Wir bedauern die Nachricht sehr, dass Rewe sein Marktplatzmodell beenden will. Wir glauben grundsätzlich sehr, dass das Modell mit der Rewe-Zielgruppe hätte funktionieren können. Als Rewe-Kunde hatten mich aber das Marktplatz-Sortiment, die Bewerbung und die Lieferkonditionen noch nicht überzeugt. Ich habe allerdings noch viel Potenzial gesehen und hätte mir einen längeren Atem gewünscht. Die Entscheidung zum Ende kam doch sehr überraschend.“

Der Online-Marktplatz war erst 2018 als Erweiterung des Online-Angebots von Rewe gestartet. Auf dem Marktplatz können Partner ihre Produkte anbieten, Rewe erhält eine Provision. Zum Start waren laut „Lebensmittel Zeitung“ die Unternehmen Dallmayr und Käfer dabei – mittlerweile findet man dort Nahrungsmittel, Küchengeräte und sogar Möbel.

Konzept funktionierte gut, trotzdem zieht Rewe Schlussstrich
Wie gut das Konzept funktioniert hat, ist nicht bekannt, da Rewe keine Umsatzzahlen zum Marktplatz veröffentlicht. So ist deshalb auch nicht klar, wie wichtig er zuletzt für Rewes Online-Aktivitäten war. Zwar soll das Geschäft – wie viele Online-Shops – während der Corona-Krise einen ordentlichen Zuwachs erlebt haben, dennoch sei die Gewinnzone nie erreicht worden, berichtet die „Lebensmittel Zeitung“ aus dem Unternehmensumfeld.

Ein Unternehmenssprecher erklärte der Branchenzeitung allerdings, dass der Marktplatz „die internen Ziele stets mehr als erfüllt“ habe. Allerdings habe man im Zusammenhang mit einer „aktualisierten Gewichtung innerhalb der Digitalisierungsstrategie“ den Entschluss getroffen, das Geschäft zu beenden.

Jetzt könne man frei werdende Ressourcen besser in „anderen digitalen Geschäftsmodellen“ bündeln, erklärte er weiter. Alle Mitarbeiter, die von dem Ende des Marktplatzes betroffen seien, könnten aber innerhalb des Unternehmens verbleiben, heißt es.

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