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Umsatzsteuer 2021- Fernverkehrsregelung

So sieht es nun aus:

Deutschland und Niederlande verkünden: Unsere IT-Systeme sind nicht bereit für die Einführung des OSS-Verfahrens ab dem 01.01.2021.

Beide Länder bitten um drei Jahre Aufschub, da eine EU-weite Nutzung des OSS-Verfahrens frühestens ab dem 01.01.2024 möglich wäre.

Hintergrund:

Der internationale Verkauf von Waren und Dienstleistungen stellt Online-Händler immer wieder vor neue Herausforderungen. Das Digitalpaket 2021 bringt eine Vielzahl an Umsatzsteuer-Änderungen, die sich auf den internationalen Waren- und Dienstleistungshandel auswirken.

Was ändert sich ab dem 01.01.2021 für Sie und Ihr Unternehmen, wenn Sie im internationalen Handel tätig sind.

Das Digitalpaket des europäischen Rates bringt im Jahr 2021 einige Änderungen für Online-Händler, die Waren und Dienstleistungen EU-weit anbieten und verkaufen. (1)

Online-Händler können durch Verkaufsplattformen wie Amazon und eBay schnell internationale Märkte erobern. Hierdurch lässt sich der Umsatz schnell steigern, was aufgrund der geringen Margen im E-Commerce auch erfolgsentscheidend ist.

Aus umsatzsteuerlicher Sicht ergeben sich bei internationalen Verkäufen von Online-Händlern aber einige Herausforderungen. Bei Fehlern können Steuern mehrfach, gar nicht oder in falschen Ländern abgeführt werden. Um diese Fehler zu korrigieren, bedarf es oft eines hohen Verwaltungsaufwandes. Zudem gehen meist Strafgebühren der Finanzverwaltung mit der Fehlerkorrektur einher.

Umso entscheidender ist es, sich als Online-Händler bereits jetzt auf die wichtigsten umsatzsteuerlichen Änderungen im Jahr 2021 einzustellen.

Die Änderungen ergeben sich aufgrund des sogenannten Digitalpaket des europäischen Rates vom 05.12.2017.

Dieser ist noch nicht in deutsches Recht umgesetzt wurden, allerdings ist bereits jetzt abzusehen, welche konkreten Auswirkungen sich für deutsche Online-Händler ab dem 01.01.2021 ergeben werden.

Änderungen für Warenlieferungen in andere europäische Länder:

Übersicht:

  1. Was gilt bislang bei internationalen Warenverkäufen von Online-Handlern
  2. Umsatzsteuer Änderung 2021 – Wegfall individueller Lieferschwellen ins EU-Ausland
  3. Fernverkaufsregelung
  4. Keine Umsatzsteuerliche Registrierung im EU-Ausland mehr erforderlich
  5. Einführung der Schwellenwertregelung bei EU-Umsatz ab 2021
  6. Anwendungsvoraussetzung für die Schwellenwertregelung
  7. Keine Änderung bei Warenlieferungen ins EU-Ausland oder Drittländer
  8. Häufige Fragen zur neuen Fernverkehrsregelung ab 2021
  9. Ändern sich die die Fernverkehrsregelung
  10.  8.1. Ändern sich durch die Fernverkehrsregelung auch die Gegebenheiten in Ländern, in denen der Online-Händler bislang schon die Lieferschwelle überschritten hatte und registriert ist?
  11. 8.2. Beispielsweise besteht für einen Online-Händler schon eine Überschreitung der Lieferschwelle bzw. Registrierung in Österreich. Es werden monatliche Voranmeldungen dort abgegeben.
  12. 8.3. Kann ein Online-Händler die neue Systematik (OSS-Verfahren oder Registrierung im Ausland und Abgabe dortiger Erklärungen) individuell je Ausland wählen? Oder muss er sich nach dem „Alles-oder-Nichts-Prinzip“ festlegen?
  13. 8.4. Lassen sich wirtschaftliche Vorteile durch die gezielte Anwendung oder Nicht-Anwendung des OSS-Verfahrens erzielen?
  14. 8.5. Welche Auswirkungen ergeben sich auf meine Buchhaltung durch die neuen Regelungen?
  15. Worin liegt der Vorteil für Online-Händler durch die Nutzung des OSS Verfahrens

Was gilt bisher bei internationalen Verkäufen von Online-Händlern?

Für den Versandhandel gilt zunächst eine einfache Regel: Die Umsatzsteuer ist dort zu entrichten, wo der Versand der online verkauften Waren beginnt. Für Online-Händler aus Deutschland bedeutet dies, dass grundsätzlich deutsche Umsatzsteuer zu entrichten ist, wenn die Waren vom eigenen Lager in Deutschland versandt werden.

Nach der bisherigen Lieferschwellenregelung galt dies aber nur solange, bis ein bestimmter Schwellenwert (die sogenannte Lieferschwelle) für Warenlieferung in ein bestimmtes Land nicht überschritten wurde.

So können zum Beispiel deutsche Online-Händler, die ihre Waren an Privatpersonen nach Spanien senden, für Umsätze bis zu einer Höhe von 35.000 Euro pro Jahr weiterhin die deutsche Umsatzsteuer abführen. Das erspart nicht nur die aufwendige umsatzsteuerliche Registrierung in Spanien, sondern führt auch dazu, dass der geringere deutsche Umsatzsteuersatz von 19 % angewendet werden kann (in Spanien beträgt der Umsatzsteuersatz 21 %).

Sobald aber im Beispielsfall die Lieferschwelle von 35.000 Euro für Warenlieferungen an Privatpersonen in Spanien überschritten wird, muss eine umsatzsteuerliche Registrierung in Spanien erfolgen. Die Umsätze sind dann monatlich dem spanischen Finanzamt zu melden. Auf diese Umsätze ist die spanische Umsatzsteuer von 21 % abzuführen.

Änderung UStGDVO 2021 – Wegfall individueller Lieferschwellen

Ab 01.01.2021 entfällt die oben dargestellte Lieferschwellenregelung. Die sogenannte Fernverkaufsregelung ersetzt die bisherige Regelung für Lieferschwellen. Es kommt also weiterhin zu einer Verlagerung des Lieferorts und damit der Umsatzsteuer in denjenigen Staat, in den Händler ihre Waren liefern. Diese Regelung gilt allerdings unabhängig von den bisherigen Lieferschwellen. Es greift nur noch eine einheitliche, neue Schwellenwertregelung von 10.000 Euro pro Jahr für Warensendungen und bestimmte Dienstleistungen innerhalb der EU.

Nicht unter diese Fernverkaufsregelungen fallen (wie bisher auch für die Lieferschwellenregelung ausgenommen) Lieferungen von Gebrauchtgegenständen und -fahrzeugen, Kunstgegenständen, Sammlungsstücken und Antiquitäten. Diese Lieferungen unterliegen den eigens für diese geltenden Regelungen zur Differenzbesteuerung.

Händler müssen aktuell individuelle Lieferschwellen für die jeweiligen Länder im EU-Gebiet beachten. Durch das Digitalpaket...



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